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Inventing Space · Design · Reality
Inventing Space · Design · Reality



»Ich suche nicht, ich finde.« Dieser Satz von Picasso beschreibt ziemlich gut, wie ich arbeite. Viele Ideen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im Experiment, wenn man Dinge ausprobiert, Modelle baut, Technologien testet und plötzlich etwas auftaucht, das vorher nicht geplant war.
Mich interessiert genau dieser Moment. Wenn eine Raumidee noch offen ist, als Skizze, als Modell oder als Versuch. Dort liegt für mich die eigentliche Energie.
Ich forsche, entwerfe und lehre an der Schnittstelle von Architektur und immersiven Technologien. Nicht weil die Werkzeuge neu sind, sondern weil sie andere Fragen stellen: über Raum, Maßstab und darüber, wie Entwurf überhaupt entsteht. KI, XR und digitale Modelle nutze ich vor allem als Mittel zum Experimentieren, um räumliche Ideen zu testen, zu verstehen und weiterzuentwickeln.
Musik ist für mich kein Hintergrund, sondern ein Zustand. Ich höre sehr breit — von ruhigem Ambient bis zu Dingen, die wirklich drücken. Was mich dabei interessiert, ist nicht die Kategorie, sondern der Moment, in dem ein Track einen Raum verändert. Klang macht etwas mit Atmosphäre, mit Tempo, mit dem, wie man denkt.
Kochen fällt für mich in dieselbe Logik: kein Rezept als Dogma, sondern als Ausgangspunkt. Was passiert, wenn man etwas weglässt oder verändert? Das Ergebnis ist manchmal gut, manchmal falsch — aber immer informativ.
XR und digitale Fabrikation sind für mich Werkzeuge mit einer bestimmten Qualität: Sie machen Dinge greifbar, bevor sie existieren. Ein Modell, das man begehen kann — auch wenn es noch nicht gebaut ist — verändert, wie man darüber nachdenkt. Das ist keine Visualisierung, das ist ein anderer Aggregatzustand des Entwurfs.
3D-Druck, Laserschneiden, parametrische Prozesse interessieren mich dort, wo sie nicht nur schneller machen, sondern andere Fragen stellen. Warum sieht das Ergebnis so aus? Was hätte man so nicht geplant?
Was mich antreibt, ist eine bestimmte Neugier — dieses kindliche »Was passiert, wenn…?«, aber ohne Klamauk. Ich will mir erlauben, Dinge auszuprobieren und gleichzeitig ernst zu bleiben.
Reisen, fremde Städte, unbekannte Räume: Ich brauche das als Kalibrierung. Sehen, wie anderswo Probleme gelöst werden, wie Räume funktionieren, wie Menschen sich darin verhalten. Das landet irgendwo und taucht später wieder auf — in einem Entwurf, in einem Seminar, in einer Idee.